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„Wer Wasser trinkt, hat Cholera verdient“


Giengener Gymnasiasten an außergewöhnlichen Lernorten

Lernorte außerhalb der Schule? Und dann das Thema Bierbrauen? Ja, denn Schüler des MSG müssen sich nicht nur mit Brecht, Brahms, Breschnew, Bohr oder Beuys auseinander setzen, auch Bierbrauen steht auf dem Lehrplan, zumindest wenn man den Seminarkurs „Bierbrauen“ unter Leitung von Ulrich Zimmermann und Matthias Handl besucht und damit einen Unterricht der etwas anderen Art genießt.

Ziel ist die Förderung sowohl hochschulnaher als auch berufsnaher Fähigkeiten wie selbstgesteuertes Lernen, Arbeiten im Team, Präsentieren vor Zuhörern, Zeitmanagement und anderes mehr. Dazu gehört auch, Lernorte außerhalb der Schule aufzusuchen, um das Thema sozusagen „live“ zu erleben und hinter die Kulissen zu schauen.

In einer zweitägigen Exkursion nach München und in die Staatsbrauerei Weihenstephan wurden fast alle Aspekte des Bierbrauens untersucht, angefangen von der Historie bis hin zu aktuellen Forschungsvorhaben. In Weihenstephan, angeblich die älteste Brauerei der Welt, seit 1040, konnten sich die Schüler umfassend über den Herstellungsprozess in einer modernen Großbrauerei informieren. Neben dem Export in die ganze Welt trägt sie auch mit zum durchschnittlichen Jahresverbrauch des Bundesbürgers von 106,6 Litern bei, der damit zumindest der Gefahr von Cholera, wie es der Spruch aus dem Mittelalter nahelegt, entgeht.

Dass Bier auch ein Modegetränk ist, das unterschiedliche Geschmäcker zu bedienen hat, wurde in der Lehr- und Forschungsbrauerei der TU München deutlich. Dort wird unter anderem mit unterschiedlichen Aromen experimentiert, die Biere mit „Zitrusflavour“ oder Schoko-Aromen gehen dann aber, da nicht dem deutschen Reinheitsgebot entsprechend, nicht in den Handel – die Studenten sorgen selber für den Verbrauch.

Gute Tipps für den praktischen Teil des Seminarkurses, die Schüler brauen tatsächlich ihr eigenes Bier, gab es dann beim Besuch der Hefebank in der Hallertau. Führungen durch das dortige Hopfenmuseum und eine Hopfen-Pelletsfabrik in St. Johann rundeten die Exkursion ab.

Stationen der Exkursion 2015

Stationen der Exkursion 2013